Reisen mit dem Auto
Ein ungesicherter Hund im Auto gefährdet sich selbst und alle Mitfahrenden. Ein Staffordshire Bull Terrier von siebzehn Kilogramm erzeugt bei einem Aufprall mit fünfzig Stundenkilometern eine Kraft von mehreren hundert Kilogramm. Auch das italienische Recht ist eindeutig: Tiere müssen so befördert werden, dass sie das Fahren nicht behindern, in einer Box, in einem durch ein geeignetes Gitter abgetrennten Bereich oder angeschnallt.
Am sichersten ist eine crashgetestete Box im Kofferraum, idealerweise selbst verankert. Ein festes Trenngitter ist die nächstbeste Lösung. Ein am Sicherheitsgurt befestigtes Geschirr ist vertretbar und weit besser als nichts, sofern es ein echtes Reisegeschirr mit breiter Brustpolsterung ist und kein gewöhnliches Führgeschirr an einem Gurtband.
Für diese Rasse gilt eine besonders ernste Warnung: lassen Sie den Hund niemals im geparkten Auto — nicht fünf Minuten, nicht bei geöffnetem Fenster, nicht im Schatten. Ein dichter, dunkel behaarter Hund mit kurzem Fang erreicht eine gefährliche Körpertemperatur weit schneller, als die meisten Halter glauben, und die Innentemperatur eines geparkten Autos steigt im italienischen Sommer binnen einer Viertelstunde um zwanzig Grad.
Reiseübelkeit vorbeugen und behandeln
Reisekrankheit ist bei Welpen häufig und bessert sich meist mit dem Alter. Sie wird durch Angst verstärkt, und die Verknüpfung mit Erbrechen wird schnell gelernt — die ersten Fahrten wiegen deshalb besonders schwer.
Fahren Sie mit leerem Magen oder mit einer sehr kleinen Mahlzeit drei Stunden vorher. Positionieren Sie den Hund so, dass er nach vorn schaut und den Horizont sieht; deshalb funktioniert eine Box im Kofferraum mit Blick durch die Rücksitze besser als der Fußraum. Halten Sie den Innenraum kühl und ruhig, lüften Sie, statt die Klimaanlage aufzudrehen, und halten Sie alle zwei Stunden an.
Bauen Sie Toleranz gezielt auf: erst im stehenden Auto mit ausgeschaltetem Motor sitzen und belohnen, dann eine Zweiminutenfahrt, die an einem angenehmen Ort endet, dann fünf Minuten. Ziel ist, dass die meisten Fahrten in einem Park enden und nicht beim Tierarzt.
Flugreisen
Hier zählt die Rasse enorm, und hier kursieren besonders viele Fehlinformationen. Viele Fluggesellschaften stufen den Staffordshire Bull Terrier als brachyzephal oder als Listenhund ein und befördern ihn nicht im Frachtraum, in mehreren Fällen ganzjährig nicht. Andere verhängen Sommersperren für alle kurznasigen Rassen wegen des erhöhten Risikos für Atemnot und Todesfälle im Frachtraum.
Praktisch heißt das: prüfen Sie die aktuelle Politik der konkreten Fluggesellschaft vor der Buchung, nicht danach. Liegt der Hund samt Transportbox unter der Kabinengrenze, ist die Kabine weit sicherer als der Frachtraum. Buchen Sie den frühesten oder spätesten Flug, wählen Sie Direktverbindungen und verwenden Sie eine IATA-konforme Box, in der der Hund seit Wochen zu Hause schläft.
Sedierung ist bei Flugreisen kontraindiziert und bei den meisten Fluggesellschaften untersagt. Beruhigungsmittel dämpfen Atmung und Wärmeregulation — genau die falsche Wirkung bei einer Rasse mit ohnehin beanspruchten Atemwegen in der Höhe.
Dokumente für Reisen in Europa
Innerhalb der Europäischen Union braucht ein Hund einen Mikrochip, einen EU-Heimtierausweis von einem ermächtigten Tierarzt und eine gültige Tollwutimpfung, die nach dem Chippen und mindestens einundzwanzig Tage vor der Reise erfolgt sein muss. Diese Wartefrist wird am häufigsten übersehen und lässt sich nicht verkürzen.
Manche Länder verlangen mehr: eine tierärztlich verabreichte Bandwurmbehandlung zwischen vierundzwanzig und hundertzwanzig Stunden vor der Einreise gilt für Irland, Finnland, Malta und Norwegen. Und für diese Rasse besonders wichtig: mehrere Länder beschränken oder verbieten den Staffordshire Bull Terrier — prüfen Sie die Rassegesetzgebung des Ziellandes ebenso sorgfältig wie die Gesundheitsvorschriften.
Für Welpen, die wir ins Ausland abgeben, bereiten wir Heimtierausweis, Impfungen und erforderliche Behandlungen vor und weisen Käufer offen auf Beschränkungen im Zielland hin. Dieses Gespräch findet vor der Anzahlung statt, nicht danach.
Bahn, Fähre und öffentlicher Verkehr
In Italien reisen Hunde bei Trenitalia und Italo mit mitgeführtem Maulkorb und an der Leine, mit einer Fahrkarte für mittlere und große Hunde, in den meisten Klassen. Fährgesellschaften handhaben es sehr unterschiedlich: manche erlauben Hunde in der Kabine, andere verweisen sie in Zwinger an Deck, was im Sommer für diese Rasse ein echtes Wohlbefindensproblem ist. Fragen Sie bei der Buchung ausdrücklich nach klimatisierten Zwingern oder tierfreundlichen Kabinen.
Hotels und gut ankommen
Buchen Sie eine Unterkunft, die Hunde wirklich willkommen heißt, und stellen Sie zwei Fragen: ob der Hund allein im Zimmer bleiben darf und ob es beschatteten Außenbereich gibt. Ein Staffordshire Bull Terrier, der allein in einem fremden Zimmer bleibt, bellt häufig.
Nehmen Sie das eigene Bett und die eigenen Näpfe mit, das gewohnte Futter und davon reichlich: ein Futterwechsel an einem fremden Ort erzeugt genau die Verdauungsprobleme, die Sie nicht brauchen. Notieren Sie vor der Abfahrt Adresse und Telefonnummer einer Tierarztpraxis am Zielort und führen Sie den Heimtierausweis bei den eigenen Papieren mit, nicht im Gepäck.