# Welpen: Entwurmung und Kotuntersuchung

> Wie wir die Entwurmung unserer Staffordshire Bull Terrier Welpen handhaben: Plan, Präparate und die vollständig veröffentlichten Befunde der Kotuntersuchung.


Plan, Laborbefunde und laufende Behandlung

Nahezu alle Welpen kommen mit Parasiten zur Welt. Das ist kein Zeichen von Nachlässigkeit des Züchters: Larven von *Toxocara canis* bleiben über Jahre im Gewebe der Hündin eingekapselt, werden während der Trächtigkeit reaktiviert und gelangen über die Plazenta zu den Föten, später über die Milch zu den Neugeborenen. Eine entwurmte, vollkommen gesunde Hündin kann dennoch einen befallenen Wurf zur Welt bringen. Deshalb beginnt die Entwurmung schon ab der zweiten Lebenswoche und wird in regelmäßigen Abständen wiederholt, und deshalb genügt ein blindes Schema nicht: der einzige Weg zu wissen, was wirklich da ist, ist die Kotuntersuchung im Labor. Die Befunde unseres Wurfs vom August 2026 sind hier vollständig veröffentlicht, positive Ergebnisse eingeschlossen, mit Name des Labors und Datum.

Die Entwurmung ist deshalb nicht die Antwort auf ein aufgetretenes Problem, sondern ein von Anfang an geplanter Ablauf, der ohnehin stattfindet. Der Unterschied zwischen Zuchten liegt nicht darin, sie zu behaupten, sondern sie belegen zu können.

## Der Zeitplan

Die [europäischen ESCCAP-Leitlinien](https://www.esccap.org/guidelines/gl1/) geben für Welpen ein klares Schema vor:

- **Erste Behandlung mit 2 Lebenswochen.**

- **Wiederholung alle 2 Wochen**, bis zwei Wochen nach dem Absetzen.

- **Danach monatlich**, bis zum sechsten Lebensmonat.

- **Die Mutterhündin wird mitbehandelt**, da sie Eier in die Umgebung ausscheidet und die Welpen erneut infiziert.

Der Abstand von zwei Wochen ist nicht willkürlich. Wurmmittel wirken auf die adulten Parasiten im Darm, nicht auf die durch das Gewebe wandernden Larven. Alle zwei Wochen zu behandeln heißt, jede neue Generation zu treffen, bevor sie Eier ablegt. Eine einzelne Behandlung, nur damit man sie angeben kann, lässt den Zyklus unberührt.

## Entwurmen allein genügt nicht: es braucht die Untersuchung

Kein Wurmmittel deckt alles ab. Fenbendazol wirkt gegen Spulwürmer, Hakenwürmer, Peitschenwürmer und auch gegen Giardien, hat aber kaum Wirkung auf *Dipylidium caninum*, den von Flöhen übertragenen Bandwurm. Milbemycinoxim in Kombination mit Praziquantel deckt Nematoden und Zestoden ab, wirkt jedoch überhaupt nicht gegen Giardien und Kokzidien, denn das sind Protozoen und keine Würmer.

Daraus folgt etwas Einfaches: **ohne Kotuntersuchung weiß man nicht, wogegen man behandelt.** Blind zu entwurmen und "entwurmte Welpen" zu erklären, verlangt vom Gegenüber einen Vertrauensvorschuss. Ein Laborbefund dagegen ist ein Dokument, das jeder lesen und prüfen kann.

## Die Befunde unseres Wurfs

Am 17. September 2026 haben wir eine Sammelkotprobe des gesamten Wurfs in der Tierarztpraxis von Dr. Giovanni Franzoni in Sant'Agostino di Terre del Reno (Ferrara, Italien) untersuchen lassen. Zwei getrennte Untersuchungen mit zwei unterschiedlichen Methoden.

**Giardien-Antigentest**, quantitative Immunfluoreszenz: **negativ**, mit einem Wert unter 4 Tu/ml bei einer Positivitätsschwelle von 8. Kein Grenzbefund, sondern ein Negativbefund unter der Hälfte des Schwellenwerts.

**Morphologische Kotuntersuchung:**

| Untersuchung | Ergebnis |

| Spulwurmeier | Nicht nachweisbar |

| Hakenwurmeier | Nicht nachweisbar |

| Bandwurm- und *Dipylidium*-Eier | Nicht nachweisbar |

| Kokzidien | Nicht nachweisbar |

| *Trichomonas* | Nicht nachweisbar |

| Bakterienflora (Kokken/Stäbchen-Verhältnis) | Im Referenzbereich |

| Verdauungsfunktion (Stärke, Fett, Muskelfasern) | Unauffällig |

| Blut und Entzündungszellen | Nicht nachweisbar |

Das Bild zeigt Welpen mit gesundem Darm: keine Parasiten, ausgeglichene Flora, funktionierende Verdauung. Das ist kein Glück, sondern das Ergebnis eines ab der zweiten Lebenswoche angewandten Protokolls und einer sauber gehaltenen Umgebung.

**📄 Die vollständigen Befunde:** [PDF beider Untersuchungen herunterladen](/docs/referti-feci-cucciolata-17-09-2026.pdf) — Ergebnistabelle, Mikroaufnahmen und Giardien-Antigentest. Die Befunde sind auf Italienisch.

## Eine rote Zeile, und warum sie kein Problem ist

Wer die Befunde öffnet, bemerkt einen rot markierten Eintrag: in der morphologischen Untersuchung steht in der Zeile "Giardia SPP" der Wert 1. Das gehört erklärt, denn es ist ein gutes Beispiel dafür, wie solche Dokumente zu lesen sind.

Die morphologische Untersuchung führt ein automatisches Analysegerät durch, das das Präparat fotografiert und nach Form klassifiziert. Bei Zählungen ist das schnell und zuverlässig, bei einem einzelnen isolierten Element kann es jedoch irren: eine Hefezelle, ein Pflanzenteilchen oder eine Zelle können einem Protozoon ähneln. Der Referenzbereich für Giardien liegt bei null, daher löst jedes so eingeordnete Element die Markierung aus.

Die zweite Untersuchung beantwortet dieselbe Frage mit einer anderen Methode. Der Antigentest betrachtet keine Formen, sondern sucht das spezifische Protein des Parasiten. Und er fiel negativ aus, unter der Hälfte des Schwellenwerts. Widersprechen sich eine morphologische und eine antigenbasierte Methode bei einem einzelnen Element, hat die zweite Vorrang, weil sie für diesen Erreger spezifisch ist.

Hinzu kommt, dass die Welpen keinerlei passende Anzeichen zeigen: geformter Kot, kein Durchfall, gleichmäßiges Wachstum. Derselbe Befund dokumentiert eine unauffällige Verdauungsfunktion und eine ausgeglichene Bakterienflora, was eine bestehende Giardiose nicht unberührt ließe. Schließlich wirkt die laufende Behandlung mit Fenbendazol selbst gegen Giardien: die Frage ist damit von beiden Seiten geklärt.

Wir veröffentlichen die Befunde vollständig, rote Zeile eingeschlossen. Ein Dokument legt man so bei, wie es ist — oder gar nicht.

## Die laufende Behandlung

Ein negativer Befund beendet das Programm nicht, er bestätigt es. Der Wurf schließt gerade eine Behandlung mit **Fenbendazol über 6 aufeinanderfolgende Tage** ab, gefolgt von einer Gabe **Milbemycinoxim mit Praziquantel** wenige Tage vor der ersten Impfung. Was eine solche Behandlung kostet, mit dem Apothekenbeleg, steht im Ratgeber [was uns ein Wurf kostet, Posten für Posten](/de/was-kostet-ein-staffordshire-bull-terrier-welpe/#costi-cucciolata).

Die beiden Präparate überschneiden sich nicht, sie ergänzen sich. Fenbendazol deckt Spul-, Haken- und Peitschenwürmer ab und wirkt gegen Giardien, weshalb es über mehrere Tage und nicht als Einzeldosis gegeben wird. Das zweite bringt Praziquantel ein, das einzige wirklich wirksame Mittel gegen Bandwürmer, *Dipylidium* eingeschlossen.

Auch der Zeitpunkt der letzten Gabe hat einen Grund: kurz vor der Impfung zu entwurmen bedeutet, mit freiem Darm zum Termin zu erscheinen, denn ein erheblicher Parasitenbefall kann die Impfantwort abschwächen.

**💡 Hinweis:** die Dosierungen werden nach dem tatsächlichen Gewicht der Tiere berechnet, nicht nach Augenmaß, und jedes Präparat wird auf tierärztliches Rezept bezogen. Präparate und Dosierung sind stets mit dem eigenen Tierarzt abzustimmen.

## Was die künftigen Besitzer erhalten

All das bleibt nicht in der Zucht. **Sobald Untersuchungen durchgeführt und Behandlungen gegeben werden, senden wir den neuen Besitzern eine Kopie**: Laborbefunde, verwendete Präparate, Dosierungen und das Datum jeder Gabe. Nicht am Ende als ein Paket zum Unterschreiben, sondern nach und nach, während es geschieht.

Das ist zuerst eine Frage der Korrektheit und erst dann eine der Transparenz. Wer auf einen Welpen wartet, hat ein Recht darauf zu wissen, wie er heranwächst und was er bekommt — in dem Moment, in dem er es bekommt. Und wenn der Welpe in seine neue Familie kommt, enthält das Impfbuch die vollständige Vorgeschichte, die der eigene Tierarzt lesen und fortführen kann, ohne etwas rekonstruieren zu müssen.

## Wie es im neuen Zuhause weitergeht

- **Monatliche Behandlung bis zum sechsten Monat**, danach nach individuellem Risiko und tierärztlicher Empfehlung.

- **Eine Kotuntersuchung** nach der Eingewöhnung, in der Regel 2-3 Wochen nach der Ankunft.

- **Kontrolle der äußeren Parasiten:** Flöhe übertragen *Dipylidium*, Wurmkontrolle führt also auch über Flohkontrolle.

- **Achtung bei anhaltend weichem Kot** in den ersten Wochen: bei einem gerade umgezogenen Welpen liegt das häufiger an Eingewöhnungsstress oder Futterwechsel als an Parasiten, sollte aber dem Tierarzt gemeldet werden.

**⚠️ Eine Sache, nach der man immer fragen sollte**, bei uns wie bei jedem anderen: **die Befunde**. Wer sauber arbeitet, hat keinen Grund, sie nicht zu zeigen.



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Fonte: https://delpiccolodiavolo.it/de/welpen-entwurmung-kotuntersuchung/
